Installation „Körperschnitte“
Galerie Treppenhaus, Autobahnunterführung Steglitz
Diaprojektion auf phosphoreszierende Leinwände 27.6. – 8.7.1998
Der Raum, begrenzt durch kalte, nackte Betonwände, im Hintergrund der Autobahnlärm, ist exemplarisch mit klassischen Bildträgern (Leinwänden) bestückt, die mit phosphoreszierender Farbe bearbeitet wurden.
Es werden Computertomografieaufnahmen real existierender Menschen auf die Bildträger projiziert, um dann, bedingt durch die nachlassende Leuchtkraft der phosphoreszierenden Farbe wie in Zeitlupe wieder zu verschwinden. Parallel zum Ablauf eines menschlichen Lebens gibt es auch hier keinen Stillstand. Das Werk ist ständig in Bewegung, da die Computertomografien zeitversetzt auf den einzelnen Bildträgern auftauchen bzw. verschwinden. Ist ein Bild nahezu komplett verschwunden, erscheint es erneut in seiner Ausgangsform.
Die Geschwindigkeit dieser Kreisläufe wird auf ein Minimum reduziert und steht in starkem Gegensatz zu der Geschwindigkeit, die von außen durch die Geräuschkulisse suggeriert wird.
Die unterschiedlichen organischen Formen der projizierten Schädelhirntomografien erinnern an individuelle Lebensabläufe, deren Einzigartigkeit durch unterschiedlich ausfallende malerische Farbaufträge auf den Leinwänden unterstrichen wird. Die ursprünglich medizinisch-technische Perfektion der Computertomografien verliert hier an Bedeutung.